Nachbericht - 20 Jahre WBW

Gemeinsame Interessen formulieren, öffentlich darstellen und gegenüber Politik und Verwaltung vertreten, das ist das Ziel des Wirtschaftskreises Bernkastel-Wittlich seit seiner Gründung vor 20 Jahren. Bei der Jubiläumsfeier in der Wittlicher Synagoge erinnert Paul Simon an die Anfänge des Zusammenschlusses.

tv-wirtschaftskreisWittlich. Der Festredner Paul J. Simon, Geschäftsführer Simon-Fleisch-AG und Vizepräsident der IHK Trier, nennt die Unzufriedenheit mit der damaligen Wittlicher Stadtpolitik als Motivation für die Gründung des Wirtschaftskreises Wittlicher Tal. Damals habe man mehr Wert auf Kultur und Soziales gelegt und „vergessen, wer das Geld dafür verdient“. Er wirft den damaligen politisch Verantwortlichenvor: „Die Bedürfnisse der Unternehmen wurden ignoriert.“ Simon betont aber auch, dass es nicht um Politikerschelte gehe. Der heutige Bürgermeister Joachim Rodenkirch habe, ebenso wie sein Vorgänger Ralf Bußmer, ein offenes Ohr für die Unternehmen. „Die aktuellen Entwicklungen sind zu begrüßen.“ Kernthema sei aber auch heute noch der Einsatz für eine gute Infrastruktur. „Der Ausbau der A 1 bewegt uns noch heute“, so Simon. Als weitere Argumente für den Wirtschaftskreis nennt Simon die persönliche Kontaktpflege und den Austausch vor Ort.

Ein weiteres Standbein des Wirtschaftskreises ist der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft, der für eine bessere Verbindung von Ausbildung und Praxis eintritt. Damit habe sich gezeigt, dass der Kreis fortschrittlich und vorausschauend agiere. Das Programm werde ergänzt von regelmäßigen Stammtischen und Betriebsbesichtigungen. Der Vorsitzende des Wirtschaftskreises Walter Kunsmann zitiert bei seiner Ansprache den amerikanischen Autor Mark Twain: „Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihnwohl zu pflegen weiß. Dass die Mitglieder des Kreises diesen wohl zu pflegen wissen, zeigen die Zahlen, die der Kreisbeigeordnete Robert Wies bei seinem Grußwort in Vertretung von Landrat Gregor Eibes nennt. Aus den anfangs 23 Unternehmern, die mit der Gründung ihre Interessengegenüber und Politik und Verwaltung gemeinsam vertreten wollten, sind heute rund 170  Unternehmen im ganzen Kreis geworden, die rund 20 000 Arbeitsplätze bieten. Dabei sei es vor allemder Mittelstand, der in der Region, ebenso wie deutschlandweit der Wachstumsmotor sei. Albert Klein, erster Beigeordneter der Stadt Wittlich, spricht in Vertretung von Bürgermeister Joachim Rodenkirch. Er sieht den Nutzen des Wirtschaftskreises unter anderem in dem Blick über die Grenzen der eigenen Firma hinweg.

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Extra Verein

Gegründet am 30. August 1994 durch den Wittlicher Unternehmer Bernhard Clemens. 2002 übernimmt Walter Kunsmann den Vorsitz. Seit 2008 ist der Wirtschaftskreis ein eingetragenerVerein. 2013 wurde er in Wirtschaftskreis Bernkastel-Wittlich umbenannt. Die Mitglieder kommennun aus dem gesamten Kreis, ausgenommen der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf. Die Zahl der Mitglieder ist seit der Gründung kontinuierlich gestiegen: 1994 waren es 23 Gründungsmitglieder, 2002 gab es schon 70 Mitgliedsbetriebe, 2008 waren es 100, 2013 133 und heute sind es 170 Betriebe, die allein in der Region 20 000 Arbeitsplätze bieten.

Quelle: Nora John - Trierischer Volksfreund (Ausgabe vom Montag, 01.09.2014)